Eurythmie - die Kunst des Neuen Menschen

 

Studentenbeiträge

auf deutsch

 

Seit April 2001 arbeiten wir im Espaço Vivo (=Lebendiger Raum) daran die Anthroposophie (=menschliche Weisheit)
in unserem Herzen zu erwecken, durch die Verbindung bewusste Bewegung & bewegtes Bewusstsein. Wir machen damit gute Erfahrungen.
Diese Vorgehensweise erweist sich als ausgesprochen wirksam.

 

So haben wir Ende des Jahres 2015 zum ersten Mal einen Prospekt auf deutsch formuliert:


und bieten seit Sommer 2015 in Salzburg, Österreich, Ferienkurse an für diejenigen,
welche diese Vorgehensweise am eigenen Leib erleben möchten.
Mehr dazu siehe:

 

Aus familiären Gründen musste die Salzburgreise zu diesem Termin leider abgesagt werden:
Der nächste Kurs in Europa findet wieder in Salzburg statt, dieses Mal vom 31.Dezember 2016 bis zum 8.Januar 2017.
Mehr dazu siehe:

 

Wer mehr zum Espaço Vivo lesen möchte findet hier verschiedene Veröffentlichungen auf deutsch:


Zentrum für menschliches Zusammenleben



Verschiedene Berichte über unsere Aktivitäten seit 2007:

 

Im Auftakt, Heft 3/2016
(Zeitschrift des Berufsverbandes der Eurythmisten in Deutschland):

In Zeiten des massiven Angriffs auf die Lebenskräfte,
ist es da noch möglich in der Grossstadt menschengemäss,
das heisst: aus dem Ich heraus, zu leben?

Wieder einmal war ich mit dem Flugzeug unterwegs, von Porto Alegre nach Salzburg (via Lissabon und München), zurück in die alte Welt, in das reiche Europa. So eine Reise kann ein gutes Mittel sein, Einblick in den aktuellen Stand der Dinge zu bekommen. Denn die unterschiedlichsten Menschen aus der ganzen Welt bewegen sich durch einen Flughafen, sodass für offene Augen ein eindrucksvolles Bild entstehen kann über den mainstream lifestyle, über das, was gerade “in” ist.

Was ich dabei gesehen habe: die grosse Mehrheit sagt zur Fremdbestimmung – “ja, das möchten wir!”; und hat sich dieser bereits fast völlig hingegeben. Der unbewusste Umgang mit der binären Technologie* macht dies sichtbar. Wir leben in der Zeit der Offenbarung – die Tatsachen liegen offen da, vor aller Augen.

Diese Hingabe an die kontinuierliche Selbstauflösung ist für mich auch leicht verständlich, denn nichts ist einfacher als das: nur nachgeben, tun was alle tun, in innerer Passivität verharren, bloss nicht auffallen und um keinen Preis dieser Welt zu sich selber aufwachen! Jedes Mittel zur Ablenkung der Aufmerksamkeit, zur Dämpfung des Bewusstseins ist dabei willkommen, und entsprechend diesem kollektiven Wunsch wächst auch das Angebot in dieser Richtung ständig. Sehr schmerzhaft erlebe ich dabei die konstante Beschallung, weil sie besonders rücksichtslos in mein Inneres eindringt mit der offensichtlichen Absicht: die innere Stimme darf auf keinen Fall gehört werden. Ein Flughafen – Konsumparadies oder Konsumhölle (je nach Sichtweise) – ein kleiner Einblick in die aktuelle Zeitlage.

Im Auftakt 2/15 habe ich über unsere Arbeit zum Erlebnis des Jahreszeitenrhythmus berichtet (Mitteilungen aus der Südhemisphäre); dabei kam der Satz vor: “der Park strotzt nur so von Ätherkräften!” – Leider ist dies schon nicht mehr der Fall… Denn irgendjemand in der Stadtverwaltung ist Anfang 2016 auf die Idee gekommen alle öffentlichen Parkanlagen von Porto Alegre (ca. 1,6 Mio Einwohner) mit Flutlicht zu beleuchten wie ein Fussballfeld, und zwar die ganze Nacht durchgehend bis zum Sonnenaufgang. Diese völlig absurde Tatsache schnürte mir schon das Herz zu, denn der natürliche Rhythmus zwischen Tag und Nacht, die Grundlage alles Lebens auf der Erde, wurde dadurch für Pflanzen und Tiere der Parkanlagen abgeschafft. Ich habe auch an entsprechender Stelle nachfragen lassen und die Antwort war: “die Tiere gewöhnen sich daran.” Das heisst, der Lebensstil in der Grossstadt wird mehr und mehr linear, in anderen Worten: auf der physischen Ebene eingekerkert. Und jetzt nicht mehr nur durch die Willensschwäche des Grossteils ihrer Bewohner, nun wird die Linearität auch aktiv von der Stadtverwaltung verordnet. Schlafentzug ist eine furchtbare Foltermethode. Nun wird dieser der in der Stadt noch verbleibenden Natur per Gesetz verordnet…

Dies allein ist schon schlimm genug. Doch nun kommt noch die Art der Beleuchtung hinzu: die sogenannten “Energiesparlampen” (=Kompaktleuchtstofflampen) werden dazu eingesetzt und nun mitgeteilt, dass dies besonders kostengünstig sei und auch die ganze Nacht hindurch sein müsse zur Eindämmung der steigenden Kriminalität. Wenn ich nun, mit eurythmisch verfeinerter Wahrnehmungsfähigkeit, durch so eine künstlich beleuchtete Nacht-Stimmung hindurchgehe erlebe ich das genaue Gegenteil : die so erzeugte Atmosphäre ist schauerlich, angsterzeugend durch die kalte Beleuchtung und allein dadurch schon Kriminalität fördernd.

Nun ist in Österreich das neue Buch: KUNSTLICHT UND MOBILFUNK von Edwin Hübner und Jens-Hagen-Karow ,in meine Hände gelangt und ich las die erste Hälfte, über das Kunstlicht, auf meiner Rückreise im Flugzeug. Was ich durch meine eigene Sensibilität und Aufmerksamkeit bereits erlebt habe, wird in diesem Buch bestätigt und in Zeichnungen anschaulich dargestellt: durch diese Art der Beleuchtung werden die Lebenskräfte massiv angegriffen und eine Atmosphäre wird geschaffen, welche die Anwesenheit negativer Wesenheiten begünstigt und die der positiven Mächte erschwert. Gerade wird diese Art der Beleuchtung auch allgemein auf unseren Strassen eingeführt. Als ich kürzlich vom Espaço Vivo abends nach Hause ging, war die Stimmung, gelinde gesagt, gruselig. Und als ich zu Hause ankam fühlte ich mich völlig ausgelaugt. Eine halbe Stunde Stille war nötig um fortsetzen zu können, was an diesem Abend noch zu tun war.

Dies ist die eine Hälfte des immer massiver werdenden Angriffs auf die Lebenskräfte; die andere kommt durch den Mobilfunk. Um den Espaço Vivo herum schiessen gerade die verglasten Hochhäuser wie die Pilze aus dem Boden und natürlich auch die Mobilfunktürme. Ungefähr ein Jahrzehnt lang hatten wir bei uns (als der einzigen Grossstadt in Brasilien) ein gutes Gesetz zur Begrenzung der Mobilfunktürme, durch eine aufgeweckte Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Doch es liess sich leider nicht halten. Zu viel Geld wird mit dem Verkauf von Smartphones etc. verdient… Auch ein Info-Tag der Stadtverwaltung über Nebenwirkungen des Mobilfunks konnte dies nicht verhindern. Zwei Ärztinnen zeigten ihre ernüchternden Forschungsergebnisse (mit Ordnern voller Todesattestate). Am Ende der Veranstaltung bemerkte ein Wissenschaftler, Dr. Dr. in Komunikationstechnologie an unserer hiesigen staatlichen Universität: die Mentalität der Menschen habe sich dramatisch verändert in den letzten Jahren. Wissenschaftliche Forschungsresultate beeindrucken nicht mehr, werden einfach ignoriert. Er meinte auch, dass zur Zeit das Geld in die falsche Richtung fliesst, nicht dahin, wo qualitativ gute Kommunikationstechnologie entstehen könnte. Die Konsumenten sind dafür verantwortlich; sie kaufen zur Zeit die falschen Produkte.

In diesem Zusammenhang sehe ich die Möglichkeit aufzuwachen und bewusst Stellung zu nehmen nur durch Einsicht in das Karmagesetz. Die Folgen einer passiven Schädigung durch binäre Technologie* für das persönliche Karma werden gewiss andere sein, als wenn ich aktiv, durch mein Konsumverhalten, zur Enstehung dieser Schädigung beitrage.

So kommt mir die Frage: ist es heute noch möglich in einer Grossstadt menschengemäss, das heisst aus dem Ich heraus, zu leben? Wenn ja, wie? Auf welche Weise kann das Erlebnis von Eurythmie & Anthroposophie zur Ich-Geburt beitragen? In diesem Sinne sind uns ja beide als zeitgemässe Medizin im richtigen Moment gegeben worden. Kann ich durch innere Aktivität geschützt werden? Kann mich das innere Licht vor dem Einfall der Finsternis schützen?

Dabei erinnere ich mich an eine Aussage Rudolf Steiners (sinngemäss): Das Denken (Intelligenz, gesunder Menschenverstand) wird auf natürliche Weise der Menschheit immer weniger zur Verfügung stehen und nur noch durch das bewusste Studium der Geisteswissenschaft aktiv ausgebildet werden können. – Ist es möglich Geisteswissenschaft so zu studieren, dass sie nicht im mentalen Bereich steckenbleibt (als Theorie oder Methode), sondern durch den ganzen Menschen bewusst erlebt wird so, dass sie zum Lebensstil, zur Lebenskunst werden kann? Anders ausgedrückt: wie komme ich von der Verstandesseele zur Bewusstseinsseele?

Dahin geht seit fünfzehn Jahren meine Aufmerksamkeit bei unseren Aktivitäten im Espaço Vivo (= Lebendiger Raum). Aufbauend auf der brasilianischen Mentalität – Menschen, die sich gerne bewegen, beim Sprechen von Natur aus viel gestikulieren, entdeckungsfreudig sind und sich gerne in der Gruppe austauschen – haben wir in dieser Richtung einen Weg gefunden. Ende 2015 habe ich diesen zum ersten Mal für einen Prospekt auf deutsch formuliert (der andersartigen Mentalität entsprechend). Er kann, bei Interesse, auf virtuell betrachtet werden.

Könnte diese Vorgehensweise auch etwas für Menschen mit andersartiger Mentalität sein? Dieser Frage folgend habe ich, im August 2016 zum zweiten Mal, das dritte Modul in Salzburg als Ferienkurs angeboten für alle die, welche diesen Weg an sich selbst erleben wollen. Wie wirkt auf mich die Verbindung bewusste Bewegung & bewegtes Bewusstsein? Dieses Jahr stand uns für unsere Erlebniswoche der Raum der Menschenweihehandlung in der Salzburger Christengemeinschaft zur Verfügung. Das war ganz besonders! Denn der Raum, in dem menschliche Begegnungen im Hinblick auf das Göttliche stattfinden, ist dafür Grund-legend. Für diese neue Möglichkeit bin ich sehr dankbar.

Nun habe ich vor denselben Kurs in der ersten Januarwoche 2017 an demselben Ort wieder anzubieten, sodass zur Besonderheit des Raumes auch die Besonderheit des Zeitpunktes dazukommt: ein Kurs in sieben Tagen für maximal zwölf Teilnehmer. Menschen aller Berufsrichtungen und Tätigkeitsfelder sind willkommen, auch Eurythmisten und besonders Eurythmiestudenten. Eine günstige Unterkunft kann bei Frühanmeldung für vier bis maximal fünf Studenten bereitgehalten werden. Mehr Informationen dazu auf:


*siehe die Bücher von Paul Emberson
- Maschinen und der Menschengeist
- Von Gondhishapur bis Silicon Valley 1 & 2

Der besseren Schreibweise wegen habe ich dieses Mal das generische Maskulin benutzt, bei dem wir Frauen natürlich auch gemeint sind.


Kontakt: Margrethe Skou Larsen:
espaco.vivo@euritmiaviva.com
Telefonisch:
+55 / 51 / 3222.3792
In Salzburg ab 28.12.:
+43 / 662 / 842482



Im Auftakt, Heft 1/2015
(Zeitschrift des Berufsverbandes der Eurythmisten in Deutschland),

Eurythmie als soziales Ferment
Zur Beziehung mit der inneren Quelle

Mit diesem Bericht wende ich mich vertrauensvoll an Euch liebe Mit-Eurythmisten. Ich folge damit einem inneren Aufruf. Ich möchte uns alle daran erinnern, welch’ wunderbare Möglichkeit wir in der Hand haben in der Verbindung Eurythmie – Anthroposophie.

Wenn ein Künstler ein Werk schafft und dieses danach betrachtet merkt er erst, was er geschaffen hat, entdeckt darin Elemente, die auch ihm neu sind, obwohl er es doch selber war, der es hervorgebracht hat… - Vor Jahren las ich diese Bemerkung (sinngemäss) bei Rudolf Steiner.

Jetzt bin ich in einem Alter (50), wo ich schon ein wenig zurückschauen kann auf das, was ich bisher auf der Erde getan habe. 25 Jahre davon habe ich dem Eurythmie-Unterrichten gewidmet. Langsam wird mir nun deutlich, wohin mein Lebensimpuls deutet. Davon will ich hier erzählen.

Bei Carina Schmid in Hamburg ausgebildet, begann ich gleich nach dem Diplom (1989) in Bremen an der Freien Waldorfschule als Eurythmielehrerin zu arbeiten. In einer Donnerstags-Konferenz in den 90er Jahren hatte plötzlich ein Klassenlehrer einen vehementen Ausbruch mit den Worten: “Ich habe keine Kraft mehr! Die Anforderungen der Arbeit mit den sich auflösenden Familien werden immer grösser, die Erziehung verlangt mehr und mehr nach Therapie. Wo ist die Quelle aus der ich Kraft schöpfen kann? Wie nehme ich Kontakt auf mit der inneren Quelle?!!” Diese Worte waren aufrichtig in ihrer inneren Verzweiflung und haben mich damals zutiefst erschüttert. Ich ging nach Hause und fragte mich: könnte die Eurythmie da helfen? Wäre es möglich die Anthroposophie durch Bewegung dem Menschen zugänglich zu machen? So, dass er sie in sich erleben kann?

Bis dahin hatte ich nur den Gegensatz erlebt zwischen “Eurythmie machen” und “Steiner Bücher lesen”. Beides lief meistens getrennt nebeneinander her. Und mir fiel auf, dass es möglich war Eurythmie zu machen und gleichzeitig weiterhin nur intellektuell zu denken, das heisst gestützt auf das Nervensystem, und Steiner Bücher zu lesen, d.h. anthroposophische Inhalte aufzunehmen ohne sie innerlich zu erleben... Beides mutete mich fremd an, denn ich bin unter Musikern aufgewachsen. So kam, durch die verzweifelte Konfession meines Kollegen, die Frage in mir auf: gibt es vielleicht eine Brücke zwischen Bewegung und Bewusstsein? – Ich will sie suchen!

Da wurde ich erst einmal schwer krank. Und zwar trat bei mir massive Anämie auf, d.h. mein innerer Zustand manifestierte sich durch die Krankheit der Abwesenheit michaelischer Kräfte. Ich hatte vier Jahre lang versucht aus subjektiver, persönlicher Kraft den Herausforderungen des Eurythmielehrer-Berufes nachzukommen. Denn, wie der erwähnte Kollege, wusste ich damals auch nicht wie Kontakt aufnehmen mit der inneren Quelle, mit der michaelischen Kraft. In anderen Worten: Ich hatte in meiner Ausbildung einen grossen Korb voller Fische bekommen; doch niemand hatte mich gelehrt wie man selber fischen kann… Oder vielleicht doch? Ich hatte es jedenfalls nicht begriffen. Und diese Tatsache führte schliesslich zur völligen Verausgabung meiner Kräfte (burn-out 1993).

Zehn Monate lang war ich krankgeschrieben. In dieser Zeit beeindruckte mich ein Ausspruch von Rudolf Steiner: “Jede Tat, die aus innerem Ungleichgewicht getan wird, ist für die Welt nutzlos.”

Das bewegte mich zutiefst, denn mein Ansatz war immer gewesen: die Sorge um die Welt. Was kann ich tun, um zu helfen? Wie kann ich dienen? – Zuerst wollte ich alles hinschmeissen und es dauerte eine Zeit bis mir klar wurde, dass es nicht darum gehen kann perfekt zu sein. Es geht darum die rechten Prioritäten zu setzen, zu wissen, was an erster Stelle kommt. Und das, wurde mir klar, ist die Suche nach dem inneren Gleichgewicht, nach der Hamonie zwischen Denken, Fühlen und Wollen. Ich musste mir damals eingestehen, dass ich sehr weit von dieser Harmonie entfernt war, und das als aktive Eurythmistin! Ich lebte als gestresster Zeitgenosse ganz normal, wie jeder andere auch… Die Eurythmie war damals noch nicht zu meinem Lebensstil geworden.

1908 in Hamburg sprach Rudolf Steiner über das Johannes Evangelium und in diesem Zusammenhang gab er einen Hinweis, wie ein fruchtbarer Umgang mit der Philosophie der Freiheit aussehen könnte; am 31.Mai, siehe unten.* Und zwar wäre es möglich sich diesem Werk gegenüber so zu verhalten, wie ein Pianist gegenüber einer Sonate. Das heisst: das Werk zum Klingen bringen. Nicht darüber reden oder diskutieren, sondern die Gedanken, so wie sie da sind, wiedergeben. Wenn jemand das täte, dann würde das Buch an ihm arbeiten, denn es ist ein lebendiger Organismus.

Zu Pfingsten 1996 war ich schliesslich soweit meinen inneren Widerständen so begegnen zu können, dass die tägliche Arbeit mit der Philosophie der Freiheit beginnen konnte. Das war in dem letzten Jahr an dem ich in der Bremer Waldorfschule in der Mittel- und Oberstufe unterrichtete. Die Wirkung dieser inneren Tätigkeit war umwerfend. Zuerst erlebte ich im Umgang mit meinen Schülern, was ich später bei Rudolf Steiner darüber las; im Pädagogischen Jugendkurs, 12. Oktober 1923, siehe unten.** Heute steht für dieses Zum-Erklingen-Bringen die Philosophie der Freiheit in der schönen Ausgabe als Gedanken-Partitur zur Verfügung. Siehe: www.heartthink.com

Dem ging ich dann weiter nach. Zuerst in New York ein Jahr lang, bei Mark Riccio, der damals seine Doktorarbeit zu diesem Thema an der Columbia University schrieb. Dann lud mich Carina Schmid ein in Hamburg an der Eurythmieschule eine Epoche darüber zu geben: Einführung in das Herzdenken anhand der Philosophie der Freiheit (Herbst 1998). Nach einem weiteren Aufenthalt in den USA, kam ich dann schliesslich im Dezember 1999 nach Porto Alegre zurück, meiner Geburtsstadt.

Hier fragte ich mich: wie kann ich den Menschen mit der Eurythmie dienen? Was brauchen sie? – Auf dem amerikanischen Kontinent ist das Leben dynamisch. Jedoch, wenn diese Energie nicht von innen her geführt werden kann, äussert sie sich hektisch, als Stress, als Lebensunruhe. Und so kann der Mensch (reich oder arm, alle sind davon betroffen) das Leben nicht richtig nutzen, kann nicht wirklich an den ihm entgegenkommenden Herausforderungen wachsen. So gründete ich Ostern 2001 den Espaço Vivo (Lebendiger Raum) als “Fitness-Studio” für Leib, Seele und Geist, zur Harmonisierung von Denken, Fühlen und Wollen. Für den modernen Menschen, welcher von Natur aus mehr und mehr auseinanderfällt und nur durch die regelmässige Stärkung seiner Ich-Kräfte als gesunder, tatkräftiger Mensch in Erscheinung treten kann.

Nun hatte ich Gelegenheit interessierten Menschen den Zugang zur eigenen schöpferischen Quelle zu ermöglichen, durch die Verbindung bewusstes Bewegen (Eurythmie) – bewegtes Bewusstsein (Anthroposophie).

Jahr für Jahr wurde dieser Weg deutlicher. Davon habe ich in der Herbstausgabe 3/14 des Auftakt berichtet (siehe: Die bewusste Wiederentdeckung des Rhythmus). Rudolf Steiner nannte ein solches gemeinsames Aufschliessen der Anthroposophie, das regelmässige Giessen, Aufkeimen und Entfalten der menschlichen Weisheit im Herzen eines jeden Teilnehmers den umgekehrten Kultus (Stuttgart, 1923). Denn jeder von uns ist einzigartig im Universum. Und wer nicht zu seinem höheren Ich den schöpferischen Zugang findet, kann seine ureigene, einzigartige Qualität der Welt nicht zur Verfügung stellen. Und diese Qualität fehlt ihr dann. Kein anderer Mensch kann sie ersetzen.

Das ist eine ernste Sache. Das kann das Herz zutiefst bewegen... Wir können Hebammen sein! Jeder kann seinem Bruder (denn auf der Ich Ebene sind wir ja alle Brüder, weil männlich – weiblich zugleich) dazu verhelfen aus dem Geiste heraus geboren zu werden. Und das ist eine kultische Tätigkeit. Sie ist heilig. Und sie sollte jedermann zugänglich sein, unabhängig von Kursen, Ausbildungen usw. Als eine Lebensgewohnheit die Menschen regelmässig verbindet, unabhängig von ihrer Berufswahl, Alter oder sozialer Herkunft.

In Köln, am 7. Juni 1909, sprach Rudolf Steiner darüber, dass dies nun in unserer Verantwortung liegt, ob wir dies gemeinsam tun oder nicht. Wenn wir es tun, ermöglichen wir dadurch die Anwesenheit der guten Mächte hier auf der Erde, ihre aktive Tätigkeit durch uns. So werden wir Friedens-Stifter.

Heute scheint mir dieses regelmässige, schöpferische Zusammenkommen dringlicher denn je. Denn, durch die intensive Verausgabung Millionen von Jugendlicher bei videogames, 24 Stunden lang, rund um den Erdball, ohne Unterbrechung, wird den Widersachermächten bereits ein grosses Handlungsfeld zur Verfügung gestellt. – Ich sah vor einiger Zeit einen Bericht über Computer-Spiel-Zentren in Asien, wo Jugendliche derart vom Spielen aufgesogen werden, dass sie vergessen zu essen und zu trinken und schliesslich tot vom Sessel fallen. – Die immer grösser werdende seelische und soziale Not auf der ganzen Erde zeigt immer deutlicher das ganze Ausmass dieser Situation!

Wo sind die Lichtkreise, welche den guten Mächten die Möglichkeit zum Handeln auf der Erde bereiten?

Da könnte die Eurythmie als soziales Ferment dienen. Es könnten weltweit Orte entstehen, welche den Menschen den lebendigen Zugang zur inneren Quelle, zur individuellen Herzens-Weisheit ermöglichen. Gerade dort, wo Menschen aus unterschiedlichen Völkern und Kulturkreisen gemeinsam arbeiten möchten, scheint mir dieses innere, regelmässige, gemeinsame Training (“body & soul building”) not-wendig. Denn sehr schnell treten Missverständnisse auf, nicht nur durch verschiedene Sprachen, sondern besonders durch verschiedene Denk-, Fühl- und Handelsweisen.

Ich bin dreisprachig aufgewachsen (brasilianisch-portugiesisch, deutsch-österreichisch, dänisch) und habe dann in Salzburg in der Schule englisch gelernt. Meine Erfahrung, von Kind auf, hat mich gelehrt: für das angemessene soziale Verständnis und für gemeinsames Schaffen in einer Gruppe müssen wir erst das rechte Gehör entwickeln. Es ist nicht von Natur aus da! Es kann nur bewusst, aus freiem Entschluss gemeinsam entwickelt werden. Wenn wir in Frieden miteinander leben und uns weiter als Menschen entwickeln wollen, dann brauchen wir dieses neue Gehör! Wir Menschen der Gegenwart, wir brauchen das rechte Gehör, das Gehör für des Geistes Morgenruf, das Gehör für den Morgenruf des Michael!

*Rudof Steiner am 31. Mai 1908, in Hamburg:
“Sehr weit kann der Mensch in bezug auf diese Katharsis schon kommen, wenn er zum Beispiel alles das, was in meiner Philosophie der Freiheit steht, so innerlich durchgenommen und erlebt hat, dass er das Gefühl hat: Das Buch war für mich eine Anregung, aber ich kann jetzt die Gedanken genau so, wie sie dastehen, eigentlich selber reproduzieren. … Bei vielen anderen Büchern der Gegenwart ist es so, dass man im Grunde genommen, wenn man nur die Systematik ein bisschen anders gestaltet, das eine früher, das andere später sagen kann. Bei der Philosophie der Freiheit ist das nicht möglich. Da kann man ebensowenig die Seite 150 etwa 50 Seiten früher stellen in dem Inhalt, wie man bei einem Hund die Hinterbeine mit den Vorderbeinen auswechseln kann. Denn dieses Buch ist ein gegliedeter Organismus, und das Durcharbeiten der Gedanken dieses Buches bewirkt so etwas wie eine innere Trainierung. So gibt es verschiedene Methoden, um die Katharsis herbeizuführen. Der, der sie nicht herbeigeführt hat, wenn er dieses Buch durchgenommen hat, braucht nicht zu denken, dass es nicht richtig ist, was ich sage, sondern eher, dass er es nicht richtig oder nicht energisch und gründlich genug durchgearbeitet hat.”

**Rudolf Steiner am 12. Oktober 1923, im Pädagogischen Jugendkurs:
“Daher ist jene Stimmung in der Philosophie der Freiheit – die meisten entdecken sie gar nicht –, die überall an das künstlerische Element anschlägt. Die meisten Menschen bemerken das nicht, weil sie das Künstlerische im Trivialen, im Natürlichen suchen und nicht in der freien Betätigung. Erst aus dieser freien Betätigung aber kann man die Pädagogik als Kunst erleben, und der Lehrer kann dadurch zum pädagogischen Künstler werden, dass er sich in diese Stimmung hineinfindet. Dann wird in diesem unserem Zeitalter der Bewusstseinsseele der ganze Unterricht wirklich darauf angelegt, eine künstlerische Atmosphäre zwischen den geführten Menschen und den Führenden zu schaffen. Und innerhalb dieser künstlerischen Atmosphäre kann sich jenes Verhältnis des Geführten zum Führenden ausbilden, das ein Anlehnen, ein Hinneigen ist, weil man weiss: Der kann etwas, was er einem künstlerisch zeigen kann und was er kann – das fühlt man – möchte man auch können. - …”

 

Im Auftakt, Heft 3/2014
(Zeitschrift des Berufsverbandes der Eurythmisten in Deutschland),


DIE BEWUSSTE WIEDERENTDECKUNG DES RHYTHMUS
Südbrasilien - dreizehn Jahre Espaço Vivo - ein Lagebericht

Im April 2014 feierte der Espaço Vivo in Porto Alegre, Brasilien, sein dreizehnjähriges Bestehen. Nachdem bereits in den Heften Oktober 2007 und September 2008 unser Arbeitsansatz vorgestellt wurde, stellt sich nun die Frage: welche Erfahrungen haben wir gemacht in den letzten Jahren mit dieser Vorgehensweise? Das kann in aller Kürze beantwortet werden: der Zugang zum Herzen, zum lebendigen Erlebnis, geht über den Rhythmus, über die Wiederholung, über die treue, regelmässige Begegnung mit der menschlichen Weisheit (Anthropos Sophia).

Espaço Vivo heisst "Lebendiger Raum". In den Jahren seines Bestehens ist er zu einem Centro de Convivência Humanizada geworden, das heisst zu einem "Zentrum für menschliches Zusammenleben". Mitten in der Grossstadt Porto Alegre ist dieser Ort zu einer Oase, zu einer Insel des inneren Überlebens geworden. Häufig wird von StudentInnen geäussert, nachdem sie den infernalen Verkehr auf dem Wege hierher erlebt haben: "hier kann ich atmen, hier kann ich Mensch sein".

Nach kurzer Entspannung und nach einem Einstimmungsgespräch in der Gruppe, beginnt unsere gemeinsame Arbeit. Sie besteht aus 1. bewegtem Erlebnis des zu behandelnden Themas (Eurythmie), 2. Pause mit Gespräch und Imbiss, 3. Studium anthroposophischer Grundwerke (Textarbeit). Diese ist ganz einfach gehalten: von einer Woche zur nächsten werden rund fünfzehn Pagraphen des Werkes in Arbeit von jedem Teilnehmer (auch von mir jedes Jahr aufs Neue) in eigenen Worten zusammengefasst. Beim gemeinsamen Treffen liest jeder seine Zusammenfassungen vor, sodass bei einer Teilnehmerzahl von zum Beispiel sechs Menschen, sechsmal der erste Paragaph gehört wird, dann sechsmal der zweite, sechsmal der dritte usw.

Folgendes erleben wir dabei:
- durch die anfängliche Entspannung und das Einstimmungsgespräch findet sich die Gruppe jede Woche neu zum gemeinsamen Schritt in die gewählte Richtung;
- durch die gemeinsame Bewegung werden Leib, Seele und Geist harmonisiert und die Aufnahmefähigkeit für das Thema in Arbeit gesteigert. Die Seele öffnet sich und der Geist kann somit seine Weisheit in sie hineinträufeln;
- durch Pause und gemeinsames Essen wird die physisch-vitale Ebene liebevoll berücksichtigt;
- durch die Präsentation der individuellen Beiträge jedes Teilnehmers praktizieren wir
gemeinsam unsere Selbsterziehung:

• wir hören wie jeder einzelne denselben Inhalt auf seine individuelle Weise formuliert hat;

• wir nehmen wahr inwieweit ein jeder in der Lage war den Inhalt des Paragraphen objektiv zu erfassen oder inwieweit er unbewusst subjektives miteinfliessen hat lassen (die Aufgabestellung ist die reine, objektive Wiedergabe des Inhaltes);

• wir nehmen den Einzelnen wahr in seiner momentanen Lebenslage: wer hat es geschafft, ohne Stress, alle fünfzehn Paragraphen zu bewältigen. Wer hat alles gelesen aber diesmal nur fünf Paragraphen zusammenfassen können und so weiter. Niemand braucht sich für irgendetwas zu rechtfertigen.

So üben wir gemeinsam Selbstverantwortung und soziale Toleranz. Jeder ist aufgerufen seinen Mittelweg zu finden, immer neu von einer Woche zur nächsten. Wir nehmen wahr wer zur Übertreibung neigt: “ich muss unbedingt alle fünfzehn Paragraphen zusammenfassen” (ahrimanische Tendenz in Richtung Perfektion) oder “ich habe weder gelesen noch zusammengefasst” (luziferische Tendenz Richtung Verantwortungslosigkeit).

Nach Anhörung aller Beiträge bewegen wir das Thema im Gespräch. Jeder, der etwas beigetragen hat kann fragen, kann antworten. Alle sind gleich. So praktizieren wir Zusammenarbeit und Brüderlichkeit. Wir überwinden die Vergangenheit (gabrielisches Verhältnis: Student – Dozent) und erobern uns Schritt für Schritt die Gegenwart (michaelische Partnerschaft unter selbstverantwortlichen Mitstreitern). Wir entwickeln uns zu Zeitgenossen, treten in bewusste Beziehung zu unserem Zeitgeist.

Was daraus entsteht sind zwischenmenschliche Beziehungen, Freundschaften. So wie Rudolf Steiner das im Februar 1923* formuliert hat, erleben wir, dass wir geistig-seelisch aneinander erwachen.

Photo: im Winter 2011 bei der Arbeit

Mich persönlich erinnert diese Aktivität an gemeinsames Musizieren. (Die Engel werden meistens musizierend dargestellt…) Jeder hat zu Hause geübt, sein Instrument gestimmt und kommt nun zur wöchentlichen Probe. Durch diese bilden wir langsam einen gemeinsamen Ätherleib aus. Das Konzert sind dann die konkreten Lebenslagen im Alltag, wenn, zum Beispiel, eine neue Schulgründung ansteht. Da stehen dann Menschen mit neuen sozialen Fähigkeiten zur Verfügung. 2008 haben wir den Waldorfkindergarten Casa Ametista gegründet. www.casaametista.com.br


Photos: Casa Ametista, Gründungsagruppe 2010, beim Waldorfpädagogik Einführungskurs

Am Ende des Jahres (im Dezember) zeigen wir uns an einem Abend gegenseitig, was wir in diesem Jahr gearbeitet haben. Ich nenne dieses Zusammenkommen Encontro Festivo de Colheita, das heisst übersetzt: “Festliche Ernte-Begegnung”.


Photo: Encontro Festivo de Colheita, Dezember 2013, davor...

Das ist
• im ersten Jahr:
das Erlebnis der anthroposophischen Grundelemente durch Eurythmie sichtbar gemacht: Polarität und Mittelweg, Dreigliederung, Viergliederung, sieben Farben und sieben Chakren, Reinkarnation, Temperamente, Biographie, Vokale, Konsonanten, Elementarwesen.

• im zweiten Jahr:
das Erlebnis der vier Jahreszeiten auf der Südhemisphäre durch Eurythmie sichtbar gemacht. Gedichte von Olavo Bilac, Ruth Salles, Castro Alves (brasilanische Dichter).

• im dritten Jahr:
das Erlebnis der Polarität Nord – Südhemisphäre und die schöpferische Aktivität der vier Jahreszeiten Erzengel durch Eurythmie sichtbar gemacht. Gedichte von Olavo Bilac, eine Passage aus der Voluspa, Nietzsche, Juan Ramon Jimenez, Rudolf Steiner.

• im vierten Jahr:
der Bezug zum Kosmos durch das Verhältnis Erde, Tierkreis, Planeten im Jahreslauf, durch Eurythmie sichtbar gemacht. – Dieses Jahr wird gerade von mir neu konzipiert, da mir durch das Studium des Buches Werdegang der Menschheit (1953) von Günther Wachsmuth bewusst wurde, was es heisst, dass unser Frühlingspunkt zur Zeit in den Fischen steht und nicht im Widder, wie wir das seinerzeit in unserer Ausbildung bewegt haben. Dabei ist mir aufgefallen, dass im Lauteurythmiekurs ein Faksimile von Steiners Notizbuch (S.180) abgebildet ist, wo der Tierkreis in der gerade aktuellen Lage gezeichnet ist: Frühlingspunkt in den Fischen, Sommersonnenwende in den Zwillingen, Herbstpunkt in der Jungfrau und Wintersonnenwende im Schützen. Ein paar Seiten weiter (S.186) ist wieder die Stellung für das vierte nachatlantische Zeitalter abgebildet… Weiss jemand von Ihnen/Euch warum? Für Kontaktaufnahme (espaco.vivo@euritmiaviva.com) zur Klärung dieses Themas wäre ich sehr dankbar!


Photo: Encontro Festivo de Colheita, Dezember 2013, danach.

Mit der Zeit ist mir klar geworden, dass das, was wir hier im Espaço Vivo praktizieren von Rudolf Steiner der umgekehrte Kultus genannt worden ist (1923)*. Äusserlich ist unsere Kurs-Tätigkeit als Ausbildung zum Waldorflehrer “getarnt”. Warum? Weil das zur Zeit bei uns hier die grösste Not ist: wie kann der Erziehungskünstler innerlich erweckt werden?

Das Bedürfnis nach Waldorfpädagogik wird immer grösser. Die Dekadenz in den hiesigen Staatsschulen und auch Privatschulen ist unbeschreiblich. Doch in der Praxis sieht es so aus, dass konventionelle Lehrer drei bis vier ein-Wochen-Module eines berufsbegleitenden Waldorf-Pädagogik-Kurses besuchen und danach direkt in einer “Waldorfschule” in die Praxis gehen. Sie haben die Idee ansprechend gefunden und meinen, das sei bereits genug sie in die Tat umzusetzen. Das ist eine Charakteristik der brasilianischen Mentalität: kurz mal einen Wochenendkurs machen, zum Beispiel in Massagetechnik, und gleich danach als “Profi” eine Massagepraxis eröffnen und damit Geld verdienen…

In der Vergangenheit habe ich im Espaço Vivo auch das Eurythmie-Erlebnis separat angeboten, ohne Studium der anthroposophischen Grundwerke (Theosophie, Allgemeine Menschenkunde etc.) oder auch nur die Textarbeit ohne vorbereitendes Eurythmie-Erlebnis. Beides hat sich in der Praxis als unfruchtbar erwiesen. Durch das blosse Eurythmisieren haben die StudentInnen eine merkwürdige Abhängigkeit meiner Person gegenüber entwickelt (was ich als ausgesprochen unangenehm empfinde, weil völlig unpassend in Bezug auf das angestrebte Ziel unserer gemeinsamen Arbeit: Selbstverantwortung und Brüderlichkeit). Oder, durch die blosse Textarbeit war es nicht möglich das intellektuelle Kopfdenken - wenigstens ein bisschen - zum Leben zu erwecken.

Die Erfahrung hat gezeigt, der individuelle Zugang zur menschlichen Weisheit kann gefunden werden, durch die Verbindung: bewusste Bewegung - bewegtes Bewusstsein. Diese Verbindung muss jedoch regelmässig stattfinden. Der goldene Schlüssel zur Herzensweisheit ist hier der Rhythmus. Oder, in anderen Worten: Treue. Regelmässige Hingabe. Regelmässige Aktivität.

Ausser dem hier beschriebenen Kurs biete ich noch Kurse und Freundeskreise an über Themen wie Die Geschichte der Menscheit auf dem Planeten Erde, Soziale Dreigliederung und Selbstverwaltung, Einführung in die Waldorfpädagogik, Mit dem Herzen denken, Die Kunst des Liebens, Der Kreis der Feste im Jahreslauf etc.

Hier Photos vom Inführungskurs in Waldorfpädagogik und Permakultur, Januar 2014 im Ökodorf Arca Verde:


Kursraum aussen...

...und innen.

Arca Verde 2014

 

Zu Michaeli 2013 haben wir mit der Herausgabe einer Zeitung begonnen: O Jornal da Sofia. In dieser berichten wir über sämtliche Aktivitäten in der Stadt die sich an der Anthroposophie orientieren. Ausserdem vermitteln wir den Kontakt zwischen Konsumenten und Produzenten von Bio-produkten und fair-trade.


Version on-line

Seit 2014 biete ich eine einjährige Fortbildung für ausgebildete EurythmistInnen an zum Thema: als freischaffender Eurythmieunternehmer in der Grossstadt. Wie baut man ein selbständiges Eurythmiestudio auf? Bei Interesse wende(n Sie sich) Dich an mich.**
Aus familiären Gründen bin ich nun mindestens einmal im Jahr in Salzburg, Österreich. Ich könnte bei dieser Gelegenheit eine Kostprobe meiner Arbeitsweise geben. Falls Sie /Dich das interessiert, wende(n Sie sich) Dich an mich.** Es liesse sich eine Begegnung oder ein kleiner Ferienkurs organisieren. Dieses Jahr bin ich von 12/07 bis 03/08 da, 2015 vorraussichtlich auch im Juli.

Abschliessend möchte ich noch sagen, dass ich für den Auftakt sehr dankbar bin. Durch seine Lektüre kann ich hier, weit von Europa entfernt, mitverfolgen, was die KollegInnen so machen. Das ist alles sehr interessant. Ich danke all denen, die den Auftakt möglich machen, von Herzen!

*Stuttgart, 27. und 28. Februar 1923.



AUFTAKT 2008

7 Jahre ESPAÇO VIVO
— ein „Fitness-studio“ für Leib, Seele und Geist!

     „Fitness-studio“ – das klingt auch in meinen Ohren ziemlich merkwürdig für die Beschreibung eines Ortes, wo Menschen, in der brasilianischen Grossstadt Porto Alegre, regelmässig Eurythmie „trainieren“ können... Ich wähle diese Terminologie („malhar“ auf portugiesisch) aus „marketing-technischen“ Gründen, weil so die Menschen hier schnell verstehen, worum es bei meinem Angebot geht: regelmässig an sich arbeiten, trainieren und dadurch neue Fähigkeiten entwickeln. In einem konventionellen Fitness-studio kann man nur physisch trainieren, im ESPAÇO VIVO ausserdem auch seelisch und geistig. Das Ziel ist, die moderne Geisteswissenschaft Anthroposphie an sich selbst zu entdecken und regelmässig zu erleben, wodurch sich, mit der Zeit ganz natürlich, der Alltag harmonischer und lebendiger gestalten lässt. – Darüber wurde ja bereits im Oktober 2007 ein Bericht von mir im Auftakt veröffentlicht.
      Dieses Jahr, im April, feierte nun der ESPAÇO VIVO (= Lebendiger Raum) sein siebenjähriges Bestehen mit einem schönen Fest, bei dem wir gemeinsam Bossa Nova und Samba gesungen und getanzt haben – alles live, mit lebendiger Gitarren- und Percussionbegleitung. (Leider gibt es keine Fotos – wir waren alle zu sehr mit Feiern beschäftigt...). Der Raum füllte sich mit Musik und Lebensfreude – genau das Richtige zum Start in das neue Lebensjahrsiebt!
      Dieses manifestiert sich auch schon in seinem merkurialen Charakter. Während die ersten sieben Jahre mondengemäss der Ausbildung eigener Substanz dienten, bin ich nun seit März einmal im Monat auf Reisen, nach Florianópolis, wo ich den Einjahres-Kurs „Quem Somos Nós?“ in Wochenend-Modulen im ESPAÇO ATENÁ anbiete. Für das Jahr 2009 liegt auch schon eine Anfrage aus Curitiba vor. (Porto Alegre, Florianópolis und Curitiba sind die Hauptstädte der drei südlichen Bundesstaaten von Brasilien: Rio Grande do Sul, Santa Catarina und Paraná, die drei zusammen in etwa so gross wie Deutschland, mit je einem Eurythmisten pro Bundesstaat(!) Nördlich von Paraná liegt dann bereits der Staat São Paulo, wo es viele EurythmistInnen gibt).
      Während dieser Impuls, Anthroposophie regelmässig durch Eurythmie zu erleben, nun auszustrahlen beginnt, festigt er sich gleichzeitig. Angeregt ist er ja durch die Sätze Rudolf Steiners im Vorwort der Theosophie: „Seine (des Buches) Wahrheiten müssen erlebt werden. Geisteswissenschaft hat nur in diesem Sinne einen Wert.“ Schon Ende 2007 wurde deutlich, dass es bei diesem Angebot eigentlich um einen vier-jährigen Kurs geht. Ich nenne ihn „CURSO DE TRANSFORMAÇÃO“ (= Umwandlungskurs), da er sich an alle diejenigen richtet, die ihren Umgang mit der Anthroposophie vertiefen und verlebendigen möchten. Die Folge davon ist ja (nach Steiners Worten) eine Umwandlung der Seele. Was hier in Brasilien (vom Verein Anthroposphischer Ärzte, ABMA) als Anthroposphie-Grundkurs angeboten wird (für Ärzte, Therapeuten und zukünftige Waldorflehrer) ist doch leider recht kopflastig. Wenn es künstlerische Arbeit gibt, so eher als „Garnierung des Hauptgerichts“ und nicht als Ferment im Sauerteig. Dies ist ein Jammer, da ja die brasilianische Volksseele äusserst lebendig ist und ein künstlerisches Wesen einem jeden Brasilianer sozusagen im Blut liegt. Doch der grosse Respekt vor allem, was aus Europa kommt, bringt es mit sich, dass ein Brasilianer in der Lage ist sein eigenes Wesen zu verleugnen und Kopflastigkeit sozusagen als Maske aufzusetzen... Das ist noch schlimmer als echte Kopflastigkeit! Doch wahrscheinlich ist ein „verkopft akademischer Zugang“ erst einmal erforderlich um das akademisch gebildete Publikum nicht abzuschrecken... Für diejenigen aber, die merken, dass ein lebendiges „Training“ im Umgang mit Anthroposophie zur konkreten Inspirationsquelle für Beruf und Alltag werden kann, ist der Anthroposophie-Umwaldlungskurs gedacht, zur Vertiefung und Verlebendigung der zunächst abstrakt kennengelernten Inhalte.
Jedes Jahr hat ein Motto:
1.Jahr: „Quem Somos Nós?“ *
     · EURYTHMIE – die Grundbegriffe der Anthroposophischen Geistes-wissenschaft durch Bewegung erleben.
     MOTTO – Ich stelle eine bewusste Beziehung her: zu mir, als physisch, seelisch, geistigem Wesen.
· STUDIENGRUPPE – Theosophie von Rudolf Steiner, als Ergänzung zur Eurythmie. (Es wird methodisch gearbeitet: Textvorbereitung zu Hause; in der Gruppe: schriftliche Wiedergabe des Inhaltes in eigenen Worten; danach Fragen und Antworten zum Text).
2.Jahr:
     · EURYTHMIE – sich wieder verbinden mit den Rhythmen der Natur. Das Erlebnis der vier Jahreszeiten in unserer Region (Südhemisphäre).
     MOTTO – Ich stelle eine bewusste Beziehung her: zur Natur.
· STUDIENGRUPPE – 1.Semester: Rudolf Steiner: Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft; Geisteswissenschaft und Soziale Frage. 2.Semester: Allgemeine Menschenkunde.
3.Jahr:
     · EURYTHMIE – die Rhythmen des Planeten Erde erleben. Die Polarität zwischen Nord- und Südhemisphäre und die vier Jahresfeste.
     MOTTO – Ich stelle eine bewusste Beziehung her: zum Planeten Erde.
4.Jahr:
     · EURYTHMIE – die kosmische Komposition des Menschen. Tierkreis- und Planetenkräfte und ihr Wirken in der Natur und im Menschen.
     MOTTO – Ich stelle eine bewusste Beziehung her: zu den Sternen.

     Das (jetzt) dritte Jahr habe ich schon zweimal als zweites Jahr gegeben (siehe Auftakt-Bericht, Oktober 2007) und festgestellt, dass es so zu schwer zugänglich war (es baut ja auf R.Steiners Jahreszeitenimaginationen auf). Es wurde deutlich, dass dieses Thema in seinem polaren Charakter in Wirklichkeit ein drittes Jahr ist, welches zuvor ein ganz dynamisches, künstlerisches zweites Jahr verlangt. In diesem haben die SchülerInnen nun die Möglichkeit durch die landeseigene, brasilianische Poesie in das Erlebnis der hiesigen Jahreszeiten (Sommersonnenwende im Dezember, Wintersonnenwende im Juni) erst einmal einzutauchen. Darauf aufbauend kann dann später die Beziehung zur Polarität im Norden hergestellt werden. Im Werk des Dichters Olavo Bilac (1865 – 1918) habe ich wunderbare Sonette zu diesem Zweck gefunden. Die Arbeit mit diesen macht gerade grosse Freude!
      Ab dem dritten Jahr biete ich keine Studiengruppe mehr an als Ergänzung zur Eurythmie. Wem das methodische Arbeiten gefallen hat, kann nun seine eigene Studiengruppe bilden und ich verbleibe mit den Gruppen des ersten und zweiten Jahres. Dadurch studiere ich nun schon regelmässig „alle Jahre wieder“ die oben angeführten Grundwerke. Dieses rhythmische Studium kann ich nur weiterempfehlen. Die Anthroposophie wächst in der Seele wie eine Pflanze! Bei regelmässigem Giessen erblühen im richtigen Moment die Knospen und selbst schwierige Inhalte schliessen sich organisch auf. – Es wird überliefert, dass ein Zeitgenosse einmal auf Rudolf Steiner zuging und fragte: „Herr Doktor, was empfehlen Sie: eines Ihrer Bücher viele Male lesen oder viele Ihrer Bücher einmal lesen?“ Worauf der Doktor antwortete: „Ersteres“.
      Es ist möglich im ESPAÇO VIVO zu hospitieren. Wer diese Art mit Eurythmie und Anthroposophie umzugehen kennenlernen möchte, ist herzlich willkommen. Zum Beispiel, gleich nach dem Diplomabschluss ein Jahr nach Brasilien, portugiesisch lernen und sich vom „eurythmischen Workout“ inspirieren lassen...
Kontakt:
Margrethe Skou Larsen, telefonisch: 0055 / 51/ 3222.3792
e-mail: espaco.vivo@euritmiaviva.com


* Ausführliche Beschreibung der Module siehe Auftakt-Bericht im Oktoberheft 2007, oder infos auf der homepage des ESPAÇO VIVO: www.euritmiaviva.com

 

AUFTAKT 2007:

„Eurythmie im Alltag“
oder:
„ Der eurythmische WORKOUT”
Ein Bericht aus Südbrasilien, von Margrethe Skou Larsen

     „Workout“ oder „bodybuilding“ ist heute sehr populär im modernen Grossstadtleben. Menschen sind bereit in einen schönen Körper zu investieren, sich regelmässig dafür anzustrengen, wenn es auch dabei, in unserem materialistischen Zeitalter, nur um den physischen Leib geht. Das Gute daran ist, finde ich, dass die Bereitschaft besteht, sich in dieser Absicht regelmässig zu bewegen, wenn auch erstmal nur physisch-mechanisch.
      So dachte ich, vielleicht entsteht eines Tages Interesse daran auch in eine schöne Seele zu investieren und in einen schönen Geist? Vielleicht entsteht bei einigen das Bedürfnis bei ihrem „workout“ weniger mechanische und mehr lebendige Bewegungen auszuführen? Vielleicht tut sich hier eine Marktlücke auf? Vielleicht gibt es Menschen, die mit ihrer Lebensqualität so wie sie jetzt ist, trotz Hitech, nicht zufrieden sind und mehr wollen? Menschen die selber, durch eigene Bewegung rausfinden wollen, was Seele überhaupt ist, was Geist ist? Wie unterscheiden sich beide voneinander? Wann erlebe ich Seele im Alltag, wann Geist? Wie ist ihr Bezug zu meinem Körper? Wenn ich das regelmässig konkret erlebe und meine Lebensführung darauf einstelle, bessert sich dadurch meine Lebensqualität? Kann ich dadurch ein besserer Rechtsanwalt werden, eine bessere Chemikerin, Psychologin, Hausfrau oder ein besserer Vater?
      Diese Gedanken haben mich dazu bewegt vor einigen Jahren in Porto Alegre (1.5 Mio. Einwohner) den Espaço Vivo (Lebendiger Raum) zu eröffnen, ein „Fittnessstudio“ für Leib, Seele und Geist, zur Stärkung und Harmonisierung von Denken, Fühlen und Wollen. Er befindet sich in einem kleinen, verglasten Hochhaus im Stadtzentrum. Ausser mir arbeiten in diesem Gebäude Zahnärzte, Psychologen, Rechtsanwälte, Graphiker usw., und gleich neben dem Eingang befindet sich ein Friseur; dieser ist mein direkter Nachbar.
      Ich annonciere in einer Wellness-Zeitung. Die Menschen, die zu mir kommen, kennen Anthroposophie meistens nicht, oder sie haben sie irgendwann eher theoretisch kennengelernt. Sie sind auf der Suche nach einer besseren Lebensqualität, fühlen, dass regelmässige Bewegung wichtig ist für das allgemeine Wohlbefinden, wollen sich jedoch nicht nur mechanisch bewegen. Etwas scheint ihnen da zu fehlen... Oft leiden diese Menschen an Depressionen, Panik-Syndrom oder sind auf der Suche nach Wegen ihre innere Leere auszufüllen. Durchgehend sind sie alle auf die eine oder andere Weise gestresst.
      Im Espaço Vivo können sie ein-, zwei- oder dreimal in der Woche Eurythmie machen, wobei an allen angebotenen Terminen (morgens, nachmittags und abends) in derselben Woche dasselbe Thema bearbeitet wird. Dieses System bietet Flexibilität, sodass eine versäumte Stunde in derselben Woche noch nachgeholt werden kann. Das ist in Brasilien unbedingt nötig, weil die Menschen hier sehr spontan sind in ihrer Lebensführung...
      Im ersten Modul (4Wochen) arbeite ich erst einmal daran, die Ursachen des Stress durch Bewegungserlebnisse ans Tageslicht zu bringen. „Anthroposophisch gesagt“ geht es darum ahrimanische und luziferische Tendenzen im Alltag zu erkennen und herauszufinden wie ich mit diesen Tendenzen schöpferisch umgehen kann, wie ich sie zu meinem eigenen Vorteil gebrauchen kann. Der goldene Schlüssel zum Wohlbefinden taucht auf: Rhythmus, harmonischer Rhythmus: Eurythmie.
      Im zweiten Modul (4 Wochen) gehen wir das gleiche Thema von einer anderen Seite an. Durch Bewegungserlebnisse wird der Gegensatz zwischen A-rhythmie und Eu-rythmie deutlich. Unbewusste Verhaltensweisen des modernen Menschen werden bewusst gemacht und ein schöpferischer Weg zur besseren Lebensqualität des post-modernen Menschen aufgezeigt. Er lernt die Eurythmie im Alltag anzuwenden. Eurhythmie wird zum Lebenstil. Nun rege ich meine Schüler dazu an ihren Leib als Instrument für den Ausdruck zu verwenden. Durch die so bewusst gemachte Körpersprache wird das Phänomen: Denken-Fühlen-Wollen deutlich. Wie verwende ich mein Instrument, wenn ich denke, wenn ich fühle, wenn ich handle? Wir bewegen und betrachten, amüsieren uns und staunen. So wird deutlich, was immer schon da war, doch nie bemerkt wurde: Leib, Seele und Geist und wie sie sich im Alltag äussern. Jeder versteht diese Sprache, Nationen übergreifend, und doch wurde nicht bemerkt inwiefern es sich dabei um Leib, Seele und Geist handelt. Und jetzt, wo ich erlebt habe inwiefern diese drei Elemente mein Leben bestimmen, wie kann ich sie harmonisieren? Eine Möglichkeit bietet das meditative Schreiten: ich lerne im Jetzt zu leben, ich erlebe innere Ruhe als Ausgangspunkt für jede Tat.
      Im dritten Modul (8 Wochen) „spielen wir ernsthaft“ mit den Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer. Sie weisen uns den Weg zum Erlebnis: physischer Leib, Lebensleib, Astralleib, Ich-Leib. Ich erlebe, durch die Bewegung, dass ich Energie bin, Aktivität, ein Lichtwesen, das die Materie durchdringt. In meinen Hüllen verdichtet sich die Energie „nach unten“, verfeinert sich „nach oben“. ICH BIN ein Vermittler zwischen Himmel und Erde, ein Gotteskind, zwischen Mutter-Erde, Yin, und himmlischem Vater, Yang. In der ewigen Begegnung beider, als Folge ihres gemeinsamen Tanzes, entstehen die Lebewesen auf dem Planeten Erde, auch der Mensch.
      Im vierten Modul (4 Wochen) vertiefen wir das Erlebnis des Rhythmus: Atmung / Tag - Nacht / Erdenmensch - Sphärenmensch. Ich erlebe: der Tod ist eine Illusion. In Wirklichkeit verwandelt sich das Leben fortwährend und der Tod ist nur „der Kunstgriff der Natur mehr Leben zu haben“. Schritt für Schritt schält sich dieses Bewusstsein aus den Bewegungserlebnissen heraus. Die Menschen erinnern sich... Durch die Bewegung der Farben des Regenbogens wird nun das Erlebnis innen – aussen vertieft. Dies führt zum Erlebnis der sieben Chakren. Sieben „Register“ habe ich im Erdenleben zur Verfügung, die ich je nach Lebenslage einsetzen kann.
      So geht das erste Semester (März bis Juli) zu Ende. Die Menschen berichten, dass der Alltag bereits ein wenig angenehmer geworden ist, das Leben interessanter. Zwei Wochen Ferien und das zweite Semester (August bis Dezember) beginnt.
      Das Erlebnis der Farben führt im fünften Modul (8 Wochen) zum Bewegungserlebnis vier charakteristischer Typen, je nach der spezifischen Komposition der vier Leiber: die vier Temperamente. Nun betrachten wir auch bildende Kunst, die grossen Meister und wie sie die Farben anwenden.
      Im sechsten Modul (4 Wochen) untersuchen wir durch die Bewegung die menschliche Biographie und wie die vier Temperamente in bestimmten Phasen als Grundtendenz auftreten. Hier hören wir auch musikalische Werke und das Erlebnis wird von dieser Seite her vertieft.
      Im siebten Modul (4 Wochen) gehen wir vom Erlebnis der Biographie des einzelnen Menschen zum Erlebnis der Biographie der Menschheit über. Nun tauchen die Vokale auf in der Art, wie sich der Mensch der Welt gegenüberstellt, in jeder Entwicklungsphase anders.
      Und schliesslich, im achten Modul (4 Wochen), gehen wir an die Schöpferkraft des Universums, wenn sich aus der Bewegung die Konsonanten herauskristallisieren und zu vier Familien gruppieren. Aus diesen Kräften gestaltet sich die Welt. Wesen wirken in ihnen, unter anderem auch die Elementarwesen. Wo wirken sie in der Natur, wo wirken sie im Haus, in der Stadt, in meinem Leben? Die Welt bevölkert sich mit neuen, zunächst noch unsichtbaren, aber schon einmal anfänglich erlebbaren Mitbewohnern unseres Planeten. So kann Interesse entstehen und auch ein Verantwortungsgefühl für diese Mitbewohner.
      Wer diesen Prozess das ganze Jahr hindurch regelmässig mitmachen konnte, hat eine Möglichkeit bekommen zu einer neuen Beziehung zu sich selbst und zur Umwelt: Ausgangspunkt für eine bewusstere, ruhigere Lebensführung und somit für eine bessere Lebensqualität.
      Hier in Brasilien nenne ich diesen einjährigen Grundkurs: „Wer sind wir?“, in Anlehnung an den brasilianischen Titel des Filmes über Quantenphysik: „What the bleep do we know?“. Dieser hat hier 2006 grosses Interesse erregt besonders dadurch, dass er aufzeigt, wie jeder Mensch seine Lebensrealität selber erschafft, in der Sequenz: Denken-Fühlen-Handeln.
Als Inspirationsquelle dienen mir Rudolf Steiners Grundwerke, vor allem: Theosophie und Allgemeine Menschenkunde, und die Anregungen der Bücher: Der Lebenslauf des Menschen (O’Neil) und: Das Erwecken des Herzdenkens (Lowndes). Auch die Bücher: Hands of Light, von Barbara Brennan, und: The Pathwork of Selftransformation, von Eva Pierrakos sind für mich Wegweiser; ausserdem das Leben selber und jeder Künstler, dem ich bisher begegnet bin.
      Wer Freude an den Entdeckungen des Grundkurses hatte, kann dann im zweiten Jahr weitermachen. Es ist dem Miterleben der Rhythmen unseres Planeten gewidmet, durch das Erlebnis der vier Jahreszeiten und der damit verbundenen Jahresfeste. Hier, auf der Südhalbkugel, feiern wir ja auch im Dezember Weihnachten, obwohl in der Natur bei uns dann Hochsommer (Johanni) ist, und im Juni feiern wir Johanni, während in der Natur bei uns dann Tiefwinter (Weihnachten) ist. So haben wir hier immer das Erlebnis der Polarität Nord/Süd gleichzeitig. Die jeweiligen Erzengel wirken von oben und von unten, wie ja auch im Norden, doch feiern wir hier immer das Fest, welches von unten impulsiert wird, während gleichzeitig, im Naturgeschehen, die Aktivität des Erzengels von oben erlebbar ist - im Gegensatz zur Nordhemisphäre, wo das Fest gefeiert wird, welches von oben impulsiert wird und dieses dadurch mit dem Naturprozess zusammenklingt. Dadurch haben natürlich die Jahresfeste bei uns einen anderen Charakter. Dies bewusst zu erleben ist sehr spannend. Grundlage für diesen Kurs sind Rudolf Steiners Jahreszeitenimaginationen.
      Den Grundkurs „Eurythmie im Alltag“ („Wer sind wir?“) biete ich auch als Wochenendkurs in monatlichem Rhythmus an (ein Modul pro Wochenende), für Menschen, die extra dafür nach Porto Alegre kommen. Es ist auch möglich ihn als Ferienkurs zu erleben, acht ganze Tage sind dazu nötig (ein Modul pro Tag). Ich biete ihn auf portugiesisch, deutsch oder englisch an.
Falls Sie Interesse haben, und gerne in Ihrer Schule, Institution oder in Ihrem Freundeskreis diesen Kurs als Ferienkurs erleben möchten, wenden Sie sich an mich, via espaco.vivo@euritmiaviva.com Verwenden Sie bitte das Stichwort: „Eurythmie im Alltag“. In den Monaten Januar und Februar habe ich Sommerferien und somit freie Zeit zum Reisen. Mehr über den Espaço Vivo finden Sie im internet: www.euritmiaviva.com.

 

 

 


** KONTAKT:
In Porto Alegre, Brasilien: Margrethe Skou Larsen
espaco.vivo@euritmiaviva.com
Telefon: 0055 / 51 / 3222.3792
In Salzburg, Österreich: bei Lavard Skou Larsen
Telefon: 0043 / 662 / 842 482.

HOMEPAGE Espaço Vivo: www.euritmiaviva.com



Um mundo humano existe, se nós (tu e eu) o criamos!

Endereço: Rua Castro Alves, 167 - sala 101
(Quase esquina com Ramiro Barcelos)
Independência - Porto Alegre
CONTATO:
Durante a semana:
(51) 3222.3792, das 14h às 14h30min

espaco.vivo@euritmiaviva.com

 


versão on-line